der Klang von Zuckerwatte

Japanische Grundrezepte: Gari

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Es ist eine Freude für Gäste zu kochen! Viele Töpfe stehen endlich auf dem sonst so leeren Herd, die vier Wände summen von Gesprächen, Gelächter und von der schweigsamen Stille des Genusses, wenn aufgetischt wird. Man erweitert seinen Horizont, lernt wieder wie wichtig das Abschmecken ist, wie schön es ist mit Menschen zusammen zu kommen und erfährt durch die Unterhaltungen wieder Spannendes und Neues hinzu. Welch ein herrlicher Abend liegt also hinter uns, durften wir am Samstag unseren Supper Club starten. Sechs wunderbare Menschen saßen mit uns am Tisch, teils schon bekannte Gesichter, teils ganz neue, und wir möchten uns für jeden einzelnen bedanken, der dabei war. Es war so schön mit Euch!

Schön ist auch dabei immer wieder zu lernen, wie gerne man die einfachen Dinge unterschätzt. Ingwer zum Beispiel. Eingelegt in eine Essig-Zuckerlösung sieht er recht unscheinbar aus – blass hellgelb, wässrig… Doch wenn der erste Gast probiert, die Augen vor Freude blitzen und das vorhin noch randvolle Glas plötzlich fast leer genascht ist weißt Du: Alles wird gut!

Dieser Gari hat wirklich nichts mit dem aus den hiesigen Supermärkten gemein und übertrumpft selbst die gute Variante aus dem Asia-Markt. Vielleicht macht ihr besser gleich zwei Portionen…

Gari – Sushi-Ingwer

Zutaten für 1 Portion im 500 ml-Glas

  • 200 g frischer Ingwer
  • 1 EL Zucker + weitere 75 g
  • 1 EL Salz
  • 9 EL Reisessig (90 ml)

Den Ingwer mit einem Sparschäler oder einem Löffel schälen und hauchdünn schneiden: Man sollte fast hindurch schauen können. Mit 1 EL vom Zucker und dem Salz vermischen. 30 Minuten ruhen lassen, dann für 45 Sekunden in kochendem Wasser blanchieren und sofort durch ein Sieb abgießen. Gut abtropfen lassen. In ein verschließbares und sterilisiertes Gefäß füllen. 

Die restlichen 75 g Zucker mit dem Essig aufkochen und die kochende Flüssigkeit über den Ingwer ins Glas gießen. Den Ingwer herunter drücken – er sollte komplett bedeckt sein. Das Glas verschließen, für 24 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen. Dann in den Kühlschrank stellen. 

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„Essbar“ ist der Gari nach einer Woche – am besten ist er jedoch, wenn er schon ca. 1 Monat stehen und durchziehen durfte.

Ursprünglich dient er übrigens dazu zwischen verschiedenen Fisch-Häppchen die Geschmacksnerven zu neutralisieren. Am Samstag gab es den Gari zum zweiten Gang: Loses Sushi im Glas, bestehend aus Sushi-Reis, mariniertem Lachs und Rettich-Stiften. Zum leicht abgeänderten Rezept geht es hier entlang.

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24 Kommentare zu “Japanische Grundrezepte: Gari

  1. Julia sagt:

    Ah, perfekt, liebe Ylva! Nach so einem Rezept suche ich schon so lange! Der gekaufte eingelegte Ingwer schmeckt immer zu stark nach Süßstoff, ein Geschmack mit dem man mich jagen kann… ich hoffe doch bald noch mehr von Walhalla lesen zu dürfen?

    1. Wie schön, liebe Julia! Wir sind auch ganz begeistert. Der Ingwer hier schmeckt so, wie es sein soll: „ingwerich“ eben, aber mild, leicht süß-säuerlich und je nach Sorte hat er zudem eine ganz traumhafte Zitrusnote… herrlich! Der gekaufte kann da einfach nicht mithalten.
      Ich bastel bereits an einem größeren Supper Club Beitrag, die liebe Dani hat uns glücklicherweise mit schönen Fotos verwöhnt. 🙂
      Herzliche Grüße,
      Ylva

      1. Daniela sagt:

        Ja, diesmal hab ich kluges Kind die Kamera nämlich nicht im Hotel vergessen (!!) wie bei Julia neulich 😉
        Ich freu mich schon, auf den Beitrag! <3

  2. Danke liebe Ylva für das Rezept!
    Ich liebe Gari und werde mich die Woche gleich daran probieren.
    Ich freu mich schon drauf.
    Liebe Grüße
    Karina

    1. Das freut mich riesig, liebe Karina! Ich mag Gari vom Asialaden auch schon immer sehr gerne, aber der selbst gemachte ist ein ganz anderes Kaliber und eine richtig große Liebe! 😉
      Viel Spaß beim Einlegen und guten Appetit!
      Ylva

  3. nadel&gabel sagt:

    Vielen Dank für das Rezept – wird gleich ausprobiert! Und ich bin natürlich auch schon gespannt auf Bilder des Abends!

    1. Immer gerne doch 🙂 Bilder werde ich natürlich gerne ein paar zeigen – ich bastle auch bereits am Beitrag dafür.
      Ganz liebe Grüße,
      Ylva

  4. Daniela sagt:

    Liebe Ylva, der Ingwer war wirklich ganz fantastisch – du hast mich, die alte „eingelegter Ingwer Verweigerin“ vollkommen überzeugt und ich werde das ganz sicher auch bald mal testen, weil ich so begeistert war!

    Wir hatten wirklich einen traumhaften Abend und freuen uns schon aufs nächste Mal! <3

    Liebe Grüße und Drücker!

    1. Ach, liebe Dani, das freut mich wirklich riesig! Wir haben gestern gleich neuen Ingwer eingelegt und dieses Mal zur Sicherheit zwei Portionen gemacht (man kann ja nie wissen *hihi).
      Wir hatten ebenfalls einen so wunderbaren Abend mit Euch und freuen uns auch schon auf das nächste Mal. <3
      Ganz liebe Grüße,
      Ylva

      1. Daniela sagt:

        Zwei Portionen ist eine hervorragende Idee, du weißt eben, wie es läuft 🙂

        1. Ach, liebe Dani! <3 Es kommt ja auch weg oder? 😉 Und man muss ja für künftige Abende im Voraus planen. 1 Monat sollte er mindestens reifen dürfen… 

  5. Christine sagt:

    Du schälst Ingwer mit einem Löffel? Das hab ich ja noch nie gesehen! … und ich werde es direkt mal ausprobieren. 😉

    1. Hallo Christine,
      ja, bis vor 2 Monaten wusste ich gar nicht, dass das mit dem Löffel überhaupt geht und musste es selbst gleich ausprobieren, als ich davon gelesen hatte. Bei frischem Ingwer mache ich das tatsächlich inzwischen so am liebsten – die dünne Haut geht wunderbar ab und gerade um die kleinen Knubbel herum muss man sich so nicht mit dem Sparschäler abmühen.
      Liebe Grüße und viel Spaß beim Ingwer schälen 😉
      Ylva

  6. Ilona sagt:

    mmmh, das muss ich auch mal ausprobieren. Habe noch etwas gekauften Gari im Kühlschrank. Ich glaube ich nasche jetzt mal etwas davon 🙂

    1. Au fein, liebe Ilona – mach das! Wir hatten das letzte Mal so richtig Pech mit dem gekauften, er war einfach furchtbar und ungenießbar. Daher haben wir überhaupt erst probiert den Gari selbst zu machen. Und sind nun völlig hin und weg: nie mehr anders!
      Ganz liebe Grüße und guten Appetit! 🙂
      Ylva

  7. […] 2. Gang – Zwischengang: Loses Sushi im Glas (ähnlich wie hier) bestehend aus Sushi-Reis, in Sesamöl, Wasabiöl, Sojasauce und Sesam eingelegtes Lachsfilet, Rettich-Stiften und selbst eingelegtem Gari. […]

  8. […] Ingwer. Den könnt ihr entweder fertig kaufen (nein!), oder selber machen (ja!). Zum Beispiel nach Ylva’s Rezept für Gari. Der Gari wird einfach in feine Streife […]

  9. […] will, von dem man nicht genug bekommen kann, macht’s sich am besten selbst. Und zwar ganz einfach, nämlich so. Für Gari gibt es keinen […]

  10. Nachdem ich gestern am liebsten das halbe Glas Gari gegessen hätte, muss – MUSS – ich mir diese Woche selbst welchen machen. Da habe ich doch gerade nochmal geschaut, welche Zutaten ich alle brauche. Und das ist ja garnicht soviel 🙂

    Liebe Grüße
    Franziska

    1. Ylva Ylva sagt:

      Hihi, liebe Franziska, das Glas war ja auch zum Leernaschen da 😉

      Stimmt, man braucht wirklich nur ein paar Zutaten und einfach ist es obendrein. Ich glaube, ich mache diese Woche auch wieder ein-zwei Portionen. Schon einmal so als Vorsorge für den nächsten gemeinsamen Abend vielleicht…? 🙂

      Liebe Grüße und noch einmal Danke, dass Du am Samstag dabei warst. Es war so herrlich!
      Ylva

  11. Franziska sagt:

    Gerade wieder gemacht! Freue mich schon darauf, wenn es fertig ist.
    Ich hoffe dir geht es gut! Ich habe beim Umzug noch ein paar Filme gefunden, die dir gehören, die würde ich bald entweder schicken oder vor die Tür stellen 🙂

    1. Ylva Ylva sagt:

      Hach, Franziska, wie mich das freut! Ich muss auch ganz dringend mal wieder Ingwer einlegen. Unsere Vorräte neigen sich schon wieder gefährlich dem Ende zu 😉
      Ganz liebe Grüße,
      Ylva

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