der Klang von Zuckerwatte

Das Licht am Ende vom Tunnel und schnell gemachtes Hirschragout mit Rosmarin-Portweinsauce und Öhrchennudeln

Ein gemütlicher Herbst ist das Traumbild einer Perfektion. Wenn es draußen früh dunkel wird, die Kälte über’s Land schleicht und mit einer langsamen Beharrlichkeit in die Erde dringt, welche erst die Frühlingssonne wieder aufzutauen vermag, und dann auch noch die ersten Nebeldecken die Sicht verschleiern… mag man sich am liebsten in die Wohlfühlzone seiner vier Wände zurück ziehen und die Welt aussperren. Gemütlich-zelebrierte Herbstabende bei Kerzenschein, mit dem Liebsten auf dem Sofa und dazu ein leckerer Wein – vielleicht zur Feier des Tages auch mal ein fast schon zu selten gewordenes Gläschen Port? – der Duft des Bienenwachses in der Luft, mit schöner Musik (vielleicht dieser hier) in den Ohren und am besten noch mit einem schönen Spiel. Das wäre doch was!

In der Realität machen Arbeit und Vorweihnachtszeit aus dieser eigentlich so gemütlich erdachten Zeit ein kleines Wettrennen mit sich selbst. Bei all den Gedanken, die einem da im Kopf herum schwurbeln, muss man sich zwischendrin auch selbst einmal bremsen um ein wenig Abstand zu bekommen. Zu leicht vergisst man in all seinem Tun, dass ein kurzes Päuschen zwischendrin, und sei es noch so winzig klein, das Gemüt hebt, die Kreativität wieder ankurbelt und die Welt von jetzt auf nachher viel entspannter erscheinen lässt.

Da die Zeit knapp ist, halten wir sie auch wirklich kurz, diese Pause. Dennoch: Essen muss der Mensch, auch wenn der Magen vielleicht streikt in Anbetracht des Aufruhrs im Kopf. Und vielleicht bekommt man ja doch ein wenig Appetit, wenn man sich nur selbst auszutricksen vermag. Es hilft schonmal riesig beim spätabendlichen Einkauf an der Theke des örtlichen Metzgers vorbei zu gehen. Derzeit gibt es Wild und was gibt es Besseres im Herbst, als dieses – vom Leben verwöhnten – Stückchen Hirschkeule, das einen da aus der Auslage anlacht?! Im idealsten Fall voll gepackt mit den Kräutern einer glücklichen Existenz auf Wiese, Wald und Flur. Dazu schnell ein paar Nudeln, die gehen nämlich immer. Ersatzweise auch vorgegarte Gnocchi, die man sogar direkt mit dem Fleisch und Rosmarin in der Pfanne anbraten kann. Alles mit reichlich Portwein abgelöscht (da haben wir ihn wieder!) und mit Butter zu einem feinen Sößken gebunden… Und schon sieht die Welt ganz anders aus.

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Schnell gemachtes Hirschragout mit Rosmarin-Portweinsauce und Öhrchennudeln

Zutaten für 2 Portionen

  • 200 g Orecchiette
  • 250 g Hirschkeule, ohne Knochen
  • 50 g Butter direkt aus dem Kühlschrank
  • 3 Zweige Rosmarin, Blätter abgezupft
  • 2 Wacholderbeeren
  • 50 ml Portwein
  • Salz
  • Pfeffer

Einen Topf mit reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Eine Pfanne erhitzen. Derweil das Fleisch abwaschen, trocken tupfen und in 3 cm große Stücke schneiden. Die Wacholderbeeren grob zerstoßen oder hacken. Die Nudeln ins kochende Wasser geben und al dente garen.

Inzwischen ein kleines Stückchen der Butter in die Pfanne geben. Sobald die Butter geschmolzen ist und nicht mehr zischt das Fleisch und den Rosmarin in die Pfanne geben. Für maximal 3 Minuten scharf anbraten, dabei immer wieder gut rühren oder die Pfanne schütteln.

Mit Portwein ablöschen. Kurz einkochen lassen, bis kaum noch Flüssigkeit in der Pfanne ist, dann die restliche Butter in kleinen Stückchen unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Die fertig gegarten Nudeln abgießen, zum Ragout in die Pfanne geben. Alles gut durchschwenken und rasch servieren.

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7 Kommentare zu “Das Licht am Ende vom Tunnel und schnell gemachtes Hirschragout mit Rosmarin-Portweinsauce und Öhrchennudeln

  1. So kann man tatsächlich triste Herbstabende gemütlich machen!
    Lecker…
    Liebe Grüße
    Cheriechen

    1. Hihi! Ja oder? Das finde ich auch! 🙂
      Ganz liebe Grüße!
      Ylva

  2. Nele Büsing sagt:

    Perfekt! Genau so etwas möchte man doch gerne serviert bekommen wenn man von einem langen Herbsttag nach Hause kommt. 🙂 Ordentlich deftig und mindestens genau so lecker. 🙂
    LG Nele

    1. Herzlichen Dank liebe Nele!
      Zum Glück ist das auch so super schnell und einfach gemacht, dass man sich das zur Not auch eben selbst brutzeln kann 😉
      Viele liebe Grüße,
      Ylva

  3. Julia sagt:

    So schön gesagt, liebe Ylva „dieses vom Leben verwöhnte Stückchen Hirschkeule“. Du weißt ja, dass ich kein Fleisch esse. Würde ich aber, wäre es vermutlich bevorzugt Wild, denn welches Tier, das heute den Weg in die Fleischtheke findet, kann von sich schon behaupten, ein erfülltes Schweine-, Rind- oder Truthanleben geführt zu haben! Oder sehe ich das nicht richtig? Hm… nun gut, der Herbst schlägt heute voll zu, „Gorillas im Nebel“ nenn ich das Wetter gerne, man sieht kaum die Häuser gegenüber, da verkriech ich ich doch schnell auf die Couch und werde dort den Tag verbummeln 🙂
    Liebe Grüße und einen entspannten Sonntag!
    Julia

    1. Du siehst das ganz richtig, liebe Julia! Wild esse ich eben aus diesem Grund am allerliebsten; doch auch hier muss man teilweise leider schon aufpassen und gucken, wo es her kommt. Zum Glück gibt es auf dem Markt noch Wild vom Jäger – das schmeckt am besten und lässt sich mit gutem Gewissen genießen. Gorillas im Nebel gibt es heute auch hier. Ein perfektes „Gammel-Wetter“, würde da nicht die Arbeit rufen… 😉
      Ganz liebe Grüße,
      Ylva

  4. Tammy sagt:

    Nur her mit dem Tristen, wenn ich dafür eine Portion davon bekomme!

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