der Klang von Zuckerwatte

Let’s put a smile on our faces!

Wann sind wir eigentlich so alt und „erwachsen“ geworden, frage ich mich manchmal. Zu alt für den reinen Spaß an der Sache, zu alt um aus purer Neugier zu experimentieren, zu alt um einfach mal einen ganzen Tag lang Quatsch zu machen oder zu alt für ein herzhaftes Lachen pro Stunde… Und wann sind wir zu „erwachsen“ geworden um uns an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen? Mit Schuld daran ist sicher die Schulzeit. Kichern war „sowas von uncool“ und schon beim kleinsten verrückten Fehltritt galt man als „Outsider“. Das prägt. Und später wusste man dann, dass Gesichtsregungen Falten hervorrufen könnten. Hilfe!

War es Ally McBeal, die irgendwann mal meinte, sie lache nur einmal pro Tag und versuche jedes Lächeln zu unterdrücken um Faltenbildung zu vermeiden? Ich weiß es nicht mehr. Ich finde jedenfalls, wir sind jetzt alt genug, das innere Kind in uns endlich mal wieder hervor zu lassen.

YlvaQuatsch#

Es braucht nämlich Auslauf. Bewegung. Und Spaß! Und überhaupt: Was ist schöner als so richtig kräftige Lachfalten? Aber lasst es uns vorerst vorsichtig angehen. Die Kichermuskeln gleich zu überfordern und mit einem Lachflash das persönliche Umfeld zu schockieren wäre ja vielleicht anfangs zu viel des Guten. Wie wäre es denn mit einem vorsichtigen Revival einer der schönsten Kindheitserinnerungen? Beispielsweise den frittierten Holunderblüten. Kennt Ihr sie noch? Und… tut sich schon was in den Mundwinkeln? Sieht man schon das Blitzen in den Augen?

Frittierte Holunderblüten sind mit das beste Geschenk, das der Mai uns bringen kann. Und sie sind so einfach zu machen: Man benötigt nur etwas Mehl und Bier für den Teig, frisch geerntete Holunderblüten und Öl zum Frittieren. Da es dieser Beitrag allerdings darauf anlegt, den kindlichen Forschungsdrang in uns wieder zu reaktivieren, lasst uns doch mal ein wenig mit den Zutaten spielen!

Wenn Bier funktioniert und Holunder fabelhaft zu Zitrone passt,… warum nicht mal einen Radler-Teig anrühren? Und um die zitronige Leichtigkeit etwas abzurunden rühren wir dem Mehl noch einen Löffel Matcha-Pulver unter. Eine traumhafte Kombination, sag ich Euch! Frisch durch das Radler und durch den Matcha herrlich energiespendend (ja, fast schon gesund!) macht die köstliche Knabberei regelrecht süchtig und liegt auch gar nicht schwer im Bauch. Am Schluss standen Herr Zuckerwatte und ich in der Küche, beide irre kichernd, glücklich sternenförmige Blüten knuspernd und uns kabbelnd um jede einzelne Dolde. Ein Hoch auf das innere Kind in uns!

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Knusprig frittierte Holunderblüten im Radler-Matcha-Teig

Zutaten für 15-20 ausgebackene Dolden

  • 50 g Mehl
  • 1 TL Matcha zum Kochen*
  • 1 TL Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 100 ml Radler
  • geschmacksneutrales Öl zum Frittieren
  • 15-20 junge, ganz frisch erblühte und frisch geschnittene Holunderblüten-Dolden

Zubereitung

Das Mehl mit dem Matcha, dem Zucker und dem Salz vorsichtig in einer Schüssel verrühren. Das Radler hinzu geben und so lange gründlich rühren, bis keine Klümpchen mehr im Teig sind. Einen Topf ca. 4 cm hoch mit dem Öl füllen und erhitzen. Es ist heiß genug, wenn an einem hinein getauchten Holzstäbchen Blasen empor steigen.

Die Holunderblüten vorsichtig schütteln um Staub, Schmutz oder kleines Getier zu entfernen und gründlich in den Teig tunken. Die Blüten sollten komplett von Teig ummantelt sein. Die Dolden nacheinander vorsichtig ins heiße Öl gleiten lassen, eventuell dabei 1-2 Mal etwas hin und her bewegen (ich frittiere inzwischen am liebsten mit Ess-Stäbchen, das schützt die Finger vor dem heißen Öl), damit sie nicht am Topfboden fest kleben.

2-5 Minuten im heißen Öl ausbacken, bis der Teig knusprig ist und eine herrlich goldbraune Färbung angenommen hat. Die Dolden vorsichtig aus dem Öl fischen (auch hier: Stäbchen eignen sich hervorragend), mit einem Löffel die knusprigen Teigstückchen und verirrten Blüten aus dem Öl aufsammeln und auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Möglichst nur 2-3 Dolden zugleich frittieren. 

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* Kocht man mit Matcha sollte man keinesfalls den qualitativ hochwertigen, teuren Matcha verwenden. Erstens ist der Geschmack zu fein und geht beim Kochen meist unter, was zweitens eine reine Geld- und Lebensmittel-Verschwendung wäre. Eignen tut sich hierbei ein „Koch-Matcha“ beziehungsweise ein Einsteiger-Matcha. Die sind meist etwas kräftiger sowie herber im Geschmack und können sich gut gegen andere Aromen durchsetzen. Der beste Teeladen der (westlichen) Welt bietet glücklicherweise auch einen eben solchen Matcha an, so dass ich nicht meinen Premium-Matcha hierfür opfern musste. 

The English Tearoom feiert übrigens am 10. Mai sein 3 jähriges Jubiläum. Teefreunde in und um Stuttgart sollten sich dies keinesfalls entgehen lassen! Zudem sind Lynn und Christian nun auch unter die Blogger gegangen! Schaut mal rein.

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15 Kommentare zu “Let’s put a smile on our faces!

  1. Xeniana sagt:

    Noch blüht der Holunder hier nicht. Aber sobald er es tut backe ich dieses Rezept nach. Danke. Das Kind freut sich:)

    1. Guten Morgen liebe Xenania,
      hier ist er auch noch nicht ganz am Blühen, aber ein paar frühe Ausreißer konnte ich doch schon stibitzen um noch rechtzeitig den Beitrag vorzubereiten 😉
      Und wie schön, dass das Kind sich freut! Das ist so wichtig.
      Liebe Grüße und gutes Gelingen! 🙂
      Ylva

  2. Liebe Ylva, was wären wir nur ohne Humor – absolute Laaaangweiler! Ich mag deinen Blog, dein nicht immer alles ernst nehmen, und natürlich die Leckereien. Wir sehen uns bestimmt wieder 😉 Ein Hoch auf flüsterleises und wiehernd-lautes Lachen! Theresa

    1. Hach, liebe Theresa, ganz herzlichen Dank! Wie schön, dass es Dir hier so gefällt! Und wenn wir alles so unglaublich ernst nehmen würden, hätten wir herzlichen wenig zu lachen oder? 😉
      Ganz herzliche Grüße und ein schönes Wochenende,
      Ylva

  3. Die Holunderblüten in der fritierten Hülle habe ich zwar erst als Erwachsene kennengelernt, dann aber jedes Jahr für meine Kinder gebacken. Sie gehören einfach zum Frühling wie Plätzchen zum Advent.
    Deine Variante ist tatsächlich lustig und verwegen…
    Liebe Grüße
    Cheriechen

    1. Was ein wunderbarer Vergleich meine Liebe: „wie Plätzchen im Advent“. Ja, das passt wirklich sehr gut – die gehören einfach dazu!
      Ich hatte zugegeben am Anfang etwas Befürchtung, ob die Variante nicht vielleicht zu verwegen ist… aber es hat sich echt gelohnt. Total fein und mal eine kleine Entstaubung vom Klassiker.
      Liebe Grüße,
      Ylva

  4. Tammy sagt:

    Nee, nee da bin ich scheinbar noch nicht erwachsen genug. Also, ich leb noch mein „Kind“ aus (erst letztens mit Seifenblasen einfach so auf dem Balkon gespielt :D). Die kleine Leckerlei kenne ich noch gar nicht – die sieht herrlich aus!

    1. Tammy sagt:

      Übrigens ein wunderbares Bild von Dir!!!

      1. Herzlichen Dank, liebe Tammy 🙂
        Und jaaaa, Seifenblasen! Gibt nix schöneres oder? Die verschenke ich auch immer noch gern zum Geburtstag und habe bisher noch nie Beschwerden gehört *hihi
        Wenn Du frittierte Holunderblüten wirklich noch nicht kennst, musst Du die dringend mal probieren… die sind so fein! Mjamm!
        Liebe Grüße,
        Ylva

  5. Frittierte Holunderblüten kannte ich bisher (wirklich!) noch nicht – aber beim Lach-Programm schließe ich mich an. Mein Plan ist in hohem Alter mit Lachfurchen so tief wie der Grand Canyon das Zeitliche zu segnen – und nie zu erwachsen zu werden.

    1. Wieee, Du kanntest die frittierten Holunderblüten bisher wirklich noch nicht? Dann wird es aber höchste Zeit! Das Radler bzw. das Bier im Teig (und der Rest, der noch in der Flasche ist und natürlich dringend weg muss *hust) sorgt mit den knusprig frittierten Blüten garantiert für eine Vertiefung der Lachfurchen. Deinen Plan unterschreibe ich übrigens zu 100 Prozent!
      Liebe Grüße,
      Ylva

  6. Julia sagt:

    Liebe Ylva, auch zu meinen Kindheitsgeschmäckern gehören die frittierten Holunderblüten nicht, aber zu meinen Erwachsenengeschmäckern könnten sie dazugehören! Vielen Dank für das tolle Rezept das jetzt genau richtig ist, wo der Holunder kurz vor dem erblühen ist. In Heidelberg ist er zwar schon so weit, aber in Augsburg braucht er einfach noch ein paar Tage länger, 400 Höhenmeter mehr oder weniger machen da den Unterschied!
    Um dem Erwachsenenleben ein Schnippchen zu schlagen empfehle ich übrigens eine Pustefix-Pfeife. Mein Cousin hat sich gerade eine zugelegt und wirkt so in jeder noch so souveränen Situation einfach zum kreischen komisch 🙂
    Liebe Grüße!
    Julia

    1. Hallo meine liebe Julia,
      ich habe meine erste bewusste Begegnung mit diesen Blüten auch erst in der Schule gehabt, als ich schon 10 Jahre alt war oder so? Damals war’s mit dem Essen bei mir aber noch nicht so dolle und ich hab glaub ich nichtmal probiert sondern nur zugeschaut. Der Liebste wusste allerdings gleich Bescheid und hat sich mit strahlenden Augen über die erste Fuhre her gemacht 😉
      Bei uns blüht er auch noch nicht wirklich, der Holunder. Ich habe mehr oder weniger die allerersten geöffneten Blüten rausgepickt und musste dafür ziemlich hohe Äste fischen…
      Woah, eine Pustefix-Pfeife! Das ist mal eine klasse Idee! Ohne Seifenblasen im Haus kann ich ja sowieso nicht sein, gell? Aber so eine Pfeife… die wär jetzt nochmal was um dem Erwachsenenleben so richtig die lange Nase zu zeigen *muhahaha!
      Liebe Grüße! Ich drück Dich!
      Ylva

  7. Kai sagt:

    Mist! Im Hof an unserer alten Wohnung stand ein riesiger Holunderbusch, am neuen Haus gibt’s nur Rasen. Angesichts Deiner Verwendungsidee für Holunder hätte ich den Busch wohl besser ausgegraben und mitgenommen.
    Grüße,
    Kai

    1. Wie war das doch gleich? „Bringt uns einen Busch!“
      Mir bitte auch gleich einen! 😉
      Liebe Grüße,
      Ylva

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