der Klang von Zuckerwatte

Gegen die Winter-Tristesse: Pochierte Eier im Blätterteig mit Rotweinsauce und Kresse

Spürt Ihr in ebenfalls, den Winterblues? Ich für meinen Teil könnte schon wieder Frühling haben und sobald die Temperaturen auf mehr als 10 Grad plus klettern, springt bei mir auch schon der Frühjahrselan mit voller Macht an. Ich werde aktiv, könnte Bäume ausreißen und Freudentänze aufführen, bis… ja, bis sich die nächste große, dicke, graue Wolke vor die Sonne schiebt, der Nebel über die Landschaft kriecht und die frühlingshafte Lebensfreude just auf Winter-Tristesse umspringt. Dagegen helfen zwei Dinge: Zeit mit den Lieblingsmenschen zu verbringen und gutes Essen.

Diesen Vorwand nutzte ich am Wochenende um eine Vorspeise zuzubereiten, die mir schon seit langem im Kopf herum schwirrte: Pochierte Eier im Blätterteig. Wo mir dieses Gericht zum ersten mal über den Weg lief weiß ich schon gar nicht mehr genau. Vielleicht war es im Geschmacks-Thesaurus von Niki Segit?

Jedenfalls lief es mir ab diesem Moment immer wieder über den Weg. Und mit jedem Mal wurde die Lust darauf, es auszuprobieren größer. Tja und dann überließ mir mein Papa auch noch eines seiner besten Kochbücher: „Meisterküche im Elsaß – Die Auberge de I’lll“ von Paul & Jean-Pierre Haeberlin. Ein wahrer Klassiker würde ich behaupten. Super groß, schwer, dick… und voller Anleitungen zu köstlichen Gerichten, die zum Schlemmen verleiten. Ein richtiger Schmöker!

Im Buch diesem Buch werden sogar gleich zwei Varianten dieser Vorspeise vorgestellt: eine mit Froschschenkeln und eine mit Krebsschwänzen – bei uns kam lediglich eine Rotweinsauce zum Einsatz. Dazu gab es Kresse um ein wenig scharfe Frische ins Gericht zu zaubern.

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Das Ergebnis: Cremig, buttrig, durch die Sauce wunderbar aromatisch und leicht säuerlich und mit dem verlaufendem Eigelb beim Aufschneiden eine Augenweide… eine herrliche Vorspeise. Zudem wirkt sie wahre Wunder gegen triste Wintergedanken. Unbedingt empfehlenswert!

Pochierte Eier im Blätterteig mit Rotweinsauce und Kresse

Zutaten für 2 Vorspeisen (oder zwei kleine Hauptspeisen)

Für die Sauce:

  • 1 kleine Schalotte oder Zwiebel
  • etwas Butter zum Dünsten
  • 1/2 TL Mehl
  • 1 kleiner Schuss Cognac
  • 1 guter EL Preiselbeerkonfitüre
  • 400 ml Rotwein
  • 1-2 Zweige frischer Rosmarin oder Thymian, Blätter abgezupft und grob gehackt
  • Salz, Pfeffer
  • 50 g kalte Butter in Würfeln

Zudem:

  • 4 Platten TK-Blätterteig
  • 2 Eier
  • ein wenig Kresse
  • etwas Milch
  • eventuell 2 EL Sonnenblumenkerne

Anmerkung
Die Sauce eignet sich übrigens auch hervorragend als Sauce zu Braten und Co. Bei uns gab es sie beispielsweise an Weihnachten zum Krustenbraten – der Rest fand seine Bestimmung als Beilage zu Nudeln.

Zubereitung

Zuerst die Sauce zubereiten. Hierzu die Schalotte oder Zwiebel schälen und fein hacken. In einem Topf in geschmolzener Butter für mehrere Minuten andünsten, das Mehl unterrühren. Mit etwas Cognac ablöschen. Die Konfitüre mit den Kräutern und dem Rotwein hinzu geben. Rühren.

Nun für einige Zeit auf niedriger Hitze einkochen lassen, bis nur noch 1/4 bis 1/3 der Flüssigkeit im Topf ist. Mit dem Pürierstab zu einer einheitlichen Sauce vermixen, durch ein Sieb drücken, mit Salz und Pfeffer würzen. Die kalte Butter in kleinen Würfeln unterrühen. Bei Seite stellen.

Den Blätterteig aus dem Gefrierfach holen und auftauen lassen. Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen. Je zwei Platten übereinander legen und fest zusammen drücken. Die Oberseite je mit etwas Milch bestreichen und mit ein paar Sonnenblumenkernen bestreuen. Die beiden Stücke Blätterteig auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen und für ca. 15-20 Minuten backen, bis sie aufgegangen sind und goldbraun und knusprig aussehen. Nebenbei die Eier pochieren (ausführliche Anleitung samt Video hier).

Dazu die Eier für 10 Sekunden in kochendes Wasser geben, dann rasch heraus fischen. Die Hitzezufuhr so regulieren, dass das Wasser nur noch leise simmert. 2 EL Essig ins Wasser gießen. Die Eier vorsichtig aber rasch hinein schlagen und 4 Minuten lang garen.

Heraus fischen und sofort in eiskaltes Wasser geben um den Garprozess zu stoppen.

Die „fertigen“ Blätterteig-Platten aus dem Ofen nehmen, vorsichtig quer durchschneiden (also wie ein Brötchen mittig halbieren). Die Eier jeweils auf die Unterseite geben, je mit 1 EL der Sauce begießen und mit der Oberseite der Blätterteig-Platte bedecken. Für weitere 30 Sekunden in den Ofen schieben.

Inzwischen die Teller mit Kresse garnieren, die fertigen Blätterteig-Küchlein darauf platzieren und und rasch servieren.

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5 Kommentare zu “Gegen die Winter-Tristesse: Pochierte Eier im Blätterteig mit Rotweinsauce und Kresse

  1. Oh, um dieses sicherlich wunderbare Buch beneide ich Dich. Und Dein Rezept daraus kann sicherlich jeden Blues vertreiben, die Eier im Blätterteig sehen köstlich aus!

    1. Liebe Claudia,

      ich muss gestehen, dass das Buch erst einmal 6 Monate bei mir rumstand, weil es so wenig Bilder enthält (normalerweise bei mir Inspirationsquelle Nummer Eins beim Kochen). 😉 Als ich dann endlich mal reinschaut habe, war ich begeistert.

      Solltest Du irgendwo an eine, wenn auch gebrauchte, Ausgabe rankommen, kann ich Dir nur empfehlen zuzugreifen. Eine wirklich herrliche Lektüre für Gerichte, die auch mal aufwändiger oder raffinierter sein dürfen. Ich bin ganz begeistert!

      Ganz liebe Grüße – und ja: Blätterteig hilft wirklich (fast) immer 😀
      Ylva

      1. Jetzt hast Du mir den Mund richtig wässrig gemacht – ich werde Ausschau halten nach dem Buch :-). Lieben Gruß zurück!

  2. Dani sagt:

    Oh ja, bei mir ist es ganz ähnlich – nach Silvester will ich am liebsten immer gleich dem Frühling entgegen springen 😉
    Pochierte Eier im Blätterteig, das ist ja mal eine spannende Kombi! Und dazu noch so ein lecker Sößchen, hach, perfekt!
    Drück dich, liebe Ylva!

    1. Oh, wie schön; da sind wir ja schonmal nicht die einzigen Frühlingsmenschen, liebe Dani! 😉 Ich finde auch, nach Silvester könnte der Winter sich eigentlich verziehen!

      Die Kombination Eier im Blätterteig war wirklich eine ganz spannende Erfahrung. Es hat total köstlich geschmeckt. Zudem ist’s hier auch wurscht, wenn das pochierte Ei mal nicht allzu hübsch aus dem Topf kommt: hier wird es sowieso zugedeckt. Und das Söß’ken dazu hat die Sache wunderbar abgerundet. Der Herr des Hauses fragte auch gleich: „Gibt’s das morgen bitte wieder?“ 😉

      Ganz liebe Grüße,
      Ylva

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