der Klang von Zuckerwatte

Bescheidene Zauberbohnen auf Parmaschinken

An manchen Tagen möchten wir zu den Sternen greifen. Es hoch hinaus schaffen. Nur das Beste bekommen, tun und sein. So weit nach oben schauen wir da manchmal und hetzen auf der Suche nach diesem Etwas durch die Welt, dass wir die Dinge, die direkt vor unseren Füßen liegen, gerne übersehen. Das Einfache. Das Bescheidene. Und das Schöne im Alltag. Manchmal vergessen wir sogar fast uns an diesen Kleinigkeiten zu erfreuen, nehmen sie für selbstverständlich und halten viel zu selten inne um zu sagen: „schön!“. Ein schöner Sonnenaufgang, ein lieber Mensch, neben dem man Tag für Tag aufwachen darf oder einfach nur der Luxus, sich morgens einen Espresso gönnen zu können. Das Lieblingslied im Radio auf dem Weg zur Arbeit oder einfach nur ein entspannender Abend, nur für sich selbst, nach einem anstrengenden Tag.

Auch beim Essen streben wir gerne nach Perfektion und vergessen dabei, dass die Genialität manchmal in der Schlichtheit liegt. Ein-zwei gute Zutaten, fein kombiniert, können mit ein paar wenigen Handgriffen an manchem Abend besser tun, als ein Sternemenü in einem Restaurant.

Dieses Gericht beispielsweise sah ich in Nigel Slaters „Tender“ und wusste auf den ersten Blick: Das muss ich ausprobieren! Dicke Bohnen, frisch gepflückt, aus der Schote gepult, kurz in Wasser gegart und mit ein wenig gutem, spanischen (in unserem Fall italienischen) Schinken auf einem Teller angerichtet. Etwas Vinaigrette darüber, dazu ein Glas Tischwein und ein Stück vom frisch gebackenen Ciabatta… Sommerherz, was begehrst Du mehr? Bohnen können doch (ver)zaubern!

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Bohnen mit Schinken

Zutaten für 1 kleine Sommer-Portion oder Vorspeise

  • 1 gute Hand voll dicke Bohnen in ihren Schoten
  • 1 TL Rotweinessig
  • 3 TL Olivenöl
  • 3 Scheiben guten Parmaschinken (oder San Daniele oder auch anderen Schinken nach Wahl)

Zubereitung

Die Bohnen aus ihren Schoten schälen und einen Topf mit etwas Wasser zum Kochen bringen. Die dicken Bohnen ins kochende Wasser geben. Maximal 3 Minuten lang kochen, dann in ein Sieb abgießen und gründlich unter kaltem Wasser abschrecken. 

Die Bohnen nun aus ihren Häuten pulen. Beiseite stellen. Den Schinken in kleine Stücke rupfen, auf einem Teller anrichten. Essig, Öl, Senf und Salz verrühren. Die Bohnen auf dem Schinken verteilen und mit dem Dressing beträufeln. Wer mag gönnt sich dazu ein paar Scheiben gutes Weißbrot und ein Gläschen Wein. 

Unsere dicken Bohnen haben wir übrigens selbst in Kübeln aufgezogen. Daher widme ich diesen Beitrag dem „Balkon-Bewohner“-Event von Peggy Schatz. Für unsere Bohnen haben wir dieses Saatgut verwendet. Die Bohnen werden nur einen knappen Meter hoch, müssen nicht unbedingt aufgebunden werden und sind super im Kasten aufzuziehen. Nächsten Sommer wieder!

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15 Kommentare zu “Bescheidene Zauberbohnen auf Parmaschinken

  1. Uschi Schröder sagt:

    sieht super aus…..würd ich gerne essen….obwohl ich dicke bohnen so garnicht mag (sind irgendwie immer so mehlig beim kauen). Aber diese sehen frisch und knackig aus. Well done my dear 🙂

    1. Guten Morgen! 🙂
      Also diese waren beim Kauen überhaupt nicht mehlig. Nur angenehm knackig und frisch; wie Erbsen fast nur halt größer und noch etwas milder… Der Schinken passt auf jeden Fall herrlich dazu. Schade, dass die Bohnen in den Kübeln nun abgeerntet sind…
      Liebe Grüße,
      Ylva

  2. Vielen lieben Dank für’s Mitmachen beim Balkonbewohner-Event!
    Dicke Bohnen und andere Schoten will ich nächstes Jahr auch unbedingt auf dem Balkon probieren. Diese Jahr habe ich’s verträumt. Gut zu wissen, wo man Saatgut dafür bekommt. Danke für den Tipp!

    1. Sehr gerne, liebe Peggy! Es wurde auch Zeit, dass ich endlich mal mitmache – ich wollte ja schon letztes Jahr, hab es aber immer wieder vergessen… 
      Das Bohnen-Saatgut kann ich wirklich sehr empfehlen: Die Pflanzen sind unkompliziert zu halten und wachsen gut. Nur würde ich das nächste Mal mehr als nur einen Kasten voll machen. Die waren echt lecker und leider viel zu schnell aufgefuttert! 🙂 Samenfest sind sie übrigens auch, soweit ich weiß. Auch immer gut!
      Liebe Grüße,
      Ylva

  3. Selbstaufgezogen, Ylva ich verbeuge mich vor Dir 😉 Das sieht soo gut aus und Du hast Recht, bescheidene Dinge kann man auch so wunderbar genießen.

    1. Also diese Bohnen aufzuziehen schafft sicher jeder, liebe Tammy! 🙂 Sie brauchen kaum Pflege, nur ab und an etwas Wasser. Aufbinden muss man sie auch nicht, da sie nur einen knappen Meter hoch werden… herrlich unkompliziert!
      Ganz liebe Grüße – ich drück Dich!
      Ylva

  4. Liebe Ylva,
    Weniger ist manchmal mehr, wenn der Geschmack und die Qualität passt…
    Sicher sehr lecker,bin gespannt.
    Herzliche Grüsse,
    Sabine

    1. Das sehe ich ganz genau so, liebe Sabine. Die Bohnen waren wirklich sehr lecker und da unsere Ernte nun vorbei ist, muss ich mich mal auf dem Markt nach den grünen, dicken Schoten umsehen. Ich hoffe, ich werde bald fündig 🙂
      Herzliche Grüße!
      Ylva

  5. lieberlecker sagt:

    Vier erstklassige Zutaten und schon schwebt man im kulinarischen Himmel 🙂
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    1. Genau so isses! 🙂 Und manchmal ist das auch genau das Richtige.
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünsch ich Dir!
      Ylva

  6. Küchenjunge sagt:

    Sehr schönes Rezept – so einfach und so gut. Die Grünen Bohnen machen auch ein wundervolles Farbspiel auf dem Teller

    1. … und der Schinken passt so herrlich dazu 😉 Wobei ich sagen muss, dass die Bohnen auch einfach klasse waren. Knallgrün, kein bisschen mehlig, sondern einfach nur schön knackig-frisch und leider schon alle abgeerntet. Yummie!
      Ein schönes Wochenende und viele Grüße,
      Ylva

  7. Julia sagt:

    Was für ein schöner Text, liebe Ylva! Man braucht meist gar nicht viel, um zu begeistern, glücklich zu sein, es ist wie Du sagst: Die guten Dinge liegen meist vor einem, man muss sie nur aufheben…wenn man sie nicht sieht kann man Glück haben und beim nach den Sternen greifen über sie stolpern 🙂
    Hab einen schönen Abend <3
    Julia

    1. Und das von der Verfasserin meiner Lieblings-Texte! Hach! <3 Vielen Dank, liebe Julia. Manchmal liegt das Glück doch in den Dingen, die man schon hat…

      Ganz liebe Grüße und einen wunderbar-erholsamen Sonntag!
      Ylva

  8. Schöne Worte und ein schönes Rezept zum Zauber des Schlichten, liebe Ylva!

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