der Klang von Zuckerwatte

Mit Soulfood gegen den Sommerblues

Der deutsche Sommer spielt uns manchmal übel mit. Entweder brennt die Sonne gnadenlos auf uns herab und die Windstille sorgt für ein mühseliges Schleppen durch den Tag… oder der Himmel fällt uns auf den Kopf und beschert uns mit Wolkengüssen. An manchen Tagen ist es sogar eine Mischung aus beidem, da uns Thor mal wieder mit einem heftigen Gewitter beschenkt. Trübselig sind allerdings diese Sommertage, an denen man das Gefühl hat, bald wieder die Heizung anschalten zu müssen (oder – noch schlimmer – an denen man dies tatsächlich schon tun muss!). Die Tage, an denen der Nebel morgens schon über die Felder kriecht, man sich nicht mal mehr selbst davon überzeugen kann, in Flip Flips und Sommerkleid „wirklich noch nicht“ zu frieren und man sich schon zum ersten Mal am Abend mit seiner Schmusedecke auf’s Sofa kuschelt.

Doch was tun, wenn der Wettergott nicht mitspielt? Wenn die Gedanken nur allzu schnell melancholisch werden und man sich nach zwei Wochen Regen die, vorher noch verteufelten, 30°C zurück sehnt. Man könnte klein beigeben und jedes Mal ein klägliches Schniefen von sich geben, wenn man die braun gebrannten Füße wieder in die Socken stecken muss… Aber es geht auch anders! Man kann dies auch zelebrieren. Ruhige Musik an einem gemütlichen Abend zu zweit auf dem Sofa – warum denn nicht? Vielleicht auch mit einem feinen Brettspiel, das sich das letzte halbe viertel Jahr im Schrank versteckt hat? Oder auch einfach mal wieder ein Abendessen bei Kerzenschein, weil die dunklen Gewitterwolken ab 18 Uhr den Tag zur Nacht machen. Dazu ein Soulfood, das den Sommer herrlich mit den ersten Eindrücken des Herbstes verbindet und schon findet man es gar nicht mehr so schlimm, dass die Zeit mal wieder so schnell vergeht! Die ersten Pilze gibt es schon auf dem Markt zu kaufen – also warum nicht auch die sommerlichen Garnelen beim Fischhändler mitnehmen und beides zusammen ins Risotto werfen? Das funktioniert nämlich grandios! 

Die Idee für dieses Risotto haben wir aus dem Buch „La Cucina – Die originale Küche Italiens“. Im Originalrezept stehen Steinpilze; doch da es für diese nun wirklich noch zu früh im Jahr ist, haben wir uns mit feinen Shitake-Pilzen begnügt. Zudem durfte am Schluss eine gute Portion Steinpilzsalz mit in den Topf. Genial! Es ist übrigens ein Risotto, das tatsächlich ohne Parmesan auskommt, dafür Dank dem untergemischten Cognac wunderbar wärmt. In der Tat perfekt für einen trübseligen Tag im August, an dem man sich vom Sommer verraten fühlt. 

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Risotto Mari E Monti

Zutaten für 2 Portionen

  • 150 g Risottoreis
  • 1 Knoblauchzehe, gewürfelt
  • 8-10 Garnelen, geschält und vom Darm befreit
  • 1 Hand voll Shitake-Pilze, geputzt und gedrittelt bzw. halbiert
  • 1 kleines Glas Weißwein (50-100 ml)
  • 500 ml Brühe (bei uns in diesem Fall vom Rind)
  • 1 EL Rucola, grob gehackt
  • 1 kleiner Schuss Cognac
  • 2 EL Butter
  • 1 TL Steinpilzsalz
  • Pfeffer

Zubereitung

1 EL der Butter in einem Topf zum Schmelzen bringen und den Knoblauch sanft für ein paar Minuten darin andünsten. Die Garnelen und Pilze hinzu geben, nach zwei weiteren Minuten auch den Reis. Alles gemeinsam andünsten, dann mit dem Wein ablöschen. Warten, bis sich die Alkoholwolke verzogen hat und eine Kelle der Brühe in den Topf geben. Immer mal wieder gut im Topf rühren, bis die Flüssigkeit fast komplett im Reis „verschwunden“ ist. Dann die nächste Kelle Brühe hinzu geben usw.

Etwa 15 Minuten so weitermachen, bis die Brühe komplett aufgebraucht ist bzw. der Reis so gar ist, dass er schon weich ist, aber noch ein ganz klein wenig Biss hat, wenn man ihn kaut. Also probiert den Reis vor den letzten 1-2 Kellen Brühe ruhig immer mal wieder. Sollte die Brühe nicht ausreichen, könnt Ihr etwas Wasser (oder auch Wein) nehmen. Es kann aber auch sein, dass Ihr gar nicht die komplette Brühe benötigt.

Sobald das Risotto gar ist und die Flüssigkeit fast komplett im Reis verschwunden ist (Risotto sollte niemals fest werden, sondern eher etwas zähflüssig wie Brei) mit dem Steinpilzsalz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Die restliche Butter und den Cognac unterrühren, den Deckel auf den Topf legen und diesen die Herdplatte ausschalten. Nach etwa einer Minute Ruhezeit im Topf das Risotto auf zwei Teller verteilen, mit dem Rucola bestreuen und rasch servieren.

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13 Kommentare zu “Mit Soulfood gegen den Sommerblues

  1. Krisi sagt:

    Oh sehr lecker, Risotto ist was feines und wirklich perfekt für Regenwetter. Bei uns ist es heute das erste Mal wieder richtig schön warm und Sonnenschein, da geht die Laune grad wieder hoch=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi
    http://excusemebutitsmylife.blogspot.com

    1. Guten Morgen liebe Krisi,
      oh, wie schön! Auch hier lässt sich die Sonne gerade wieder richtig schön sehen und kurbelt die Laune kräftig an 🙂 Und stimmt: Zu Regenwetter passt Risotto wirklich perfekt!
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
      Ylva

  2. Sabine Korpan sagt:

    Lecker sieht das aus 🙂
    Herzliche Grüsse,
    Sabine

    1. Das war es auch, liebe Sabine. Vielen Dank! 😉
      Heute gibt’s auch wieder Garnelen, nur ohne Risotto – es wird wohl ein heißes Wochenende werden. Wie schön!
      Herzliche Grüße!
      Ylva

  3. Ach, wie lieb von Dir! Merci <3
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende mit ganz viel wärmend-fröhlich machender Sonne!
    Ylva

  4. Kai sagt:

    Cognac zum Risotto mit Pilzen, das muss ich mir merken, klingt noch einer harmonischen Verbindung. Kommt auf meine Merkliste für die Herbstküche.
    Viele Grüße!
    Kai

    1. Hallo Kai,
      das passt wirklich super und gehört bei mir definitiv zu den Dingen, bei denen ich mich frage, warum ich das nicht schon früher probiert habe. Und die Herbstküche ist ja tatsächlich nicht mehr allzu fern… 
      Liebe Grüße,
      Ylva

  5. Jens sagt:

    Also hier in der Pfalz ist mit ganz ganz wenigen Ausnahmen seit 2 Monaten feinster Sommer.

    Aber ja, Risotto geht immer. Das kann ich bei jedem Wetter essen. Da werden lediglich die „Einlagen“ nach Saison und Temperatur angepasst.

    1. Da könnte man Euch in der Pfalz glatt beneiden, Jens. Aber es sei Euch gegönnt und auch hier gab es diese Woche einige herrliche Tage mit Sonne und ab und an gerade so viel Regen, dass man den Garten nicht gießen muss. Also eigentlich perfekt. 🙂
      Risotto geht tatsächlich immer und ich muss dringend mal mehr mit den Einlagen probieren.
      Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag!
      Ylva

  6. Julia sagt:

    Ach von den paar kühlen Tagen lassen wir uns doch nicht unterkriegen! Wo kämen wir denn da hin? Aber ich gestehe, dass ich im Auto auch schon die Heizung an hatte, es war doch zu kühl 🙂 Abgesehen von all dem: Risotto geht immer und gerade dieses hier sieht wunderbar aus! Auch wenn es noch früh am Morgen ist (und ich immer noch nicht gefrühstückt habe), knurrt mir mal wieder der Magen, wenn ich so tolle Posts lese…
    Hab einen schönen, vielleicht sogar sonnigen, Sonntag, meine Liebe!

    1. Ach iwo, liebe Julia! Davon lassen wir uns nicht unterkriegen 🙂 Ich genieße auch fast schon ein wenig die allmählich herbstlichen Tage mit den gemütlichen Abenden auf dem Sofa und leckerem Essen… 
      Ich hoffe, Du hast heute Morgen noch schnell was leckeres zu Essen gefunden. Hungrig auf Blogs zu lesen ist schon gefährlich – ich hab das gestern Abend mal wieder meistlerlich erfahren *hihi
      Ganz liebe Grüße und auch Dir noch einen schönen Sonntag meine Liebe!
      Ylva

  7. Julia sagt:

    Klingt super! Der Schuss Cognac ist ein super Tipp- das merke ich mir 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Julia

    1. Mach das, liebe Julia, das schmeckt wirklich ganz fein! 🙂
      Ganz liebe Grüße, komm gut in die neue Woche!
      Ylva

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