der Klang von Zuckerwatte

Träume vom Großwerden und Ciabatta-Brot futtern

Wenn ich groß bin, werde ich ein Konsolen-Held! Das muss ein Leben sein! Du wirst von aller Welt geliebt, kannst Leben sammeln, ebenso massig Gold oder Rubine und nebenbei böse, gemeine Monster zur Strecke bringen. Versagst Du, kannst Du jederzeit wieder von vorne anfangen, immzu begleitet Dich Dein ganz eigener Soundtrack und, nicht zuletzt: Mit dem Happy End wartet stets die Belohnung in Form einer wunderschönen Prinzessin auf Dich!

Am liebsten wäre ich ja Link! Hyrule war schon immer einer meiner Lieblings-Fantasie-Orte und es gibt eine wesentlich schlimmere Zukunfts-Vision als mit schicken Elfenohren in einem noch schickeren, grünen Kostüm samt Kapuze für das Gute auf der Welt zu kämpfen! Das legendäre Masterschwert und ein ausladender Elfen-Bogen an meiner Seite, dazu ein bisschen Magie und vielleicht noch die Melodie des Windfisches in meinen Ohren… und nichts Schlimmes könnte mir noch etwas anhaben. Hach. Das wäre was! Bis dahin tue ich zumindest mal ab und an so, als würde ich mich im Land der Prinzessin Zelda aufhalten. Ich streife durch Wälder, schmeiße wie wild mit Vasen um mich, wandle durch die Zeit(en), vernichte Monster, bin lieb zu den Hühnern, kämpfe gegen das Böse, spiele hin und wieder auf meiner Okarina und stelle mich der Gefahr,… bis es letztlich wieder heißt „Ende gut, alles gut“.

Da tatkräftige Helden natürlich eine gute Wegzehrung brauchen, gönne ich mir zum Spielen auch gerne einen kleinen Snack. Beispielsweise ein paar Scheiben vom selbst gebackenen Ciabatta Brot mit dünner, knisternder Kruste und saftigem, von schönen Blasen durchzogenem Inneren. Dazu ein wenig Olivenöl, frisch vom Hain einer italienischen Familie, mit feinen schwarzen Oliven, etwas Rosmarin aus dem Schlosshof ähh, Garten und einer Prise Zitronensalz. Dazu noch ein Gläschen Wein zur Stärkung… perfekt! Ich wette, selbst Zelda wäre begeistert!

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Das Brot braucht übrigens flexibel ein bis zwei Tage vom Anrühren bis zum Backen. Der Teig ist sehr genügsam und, was das genaue Einhalten der Bearbeitungszeiten betrifft, angenehm unzickig. Ein Brot, wie wir es lieben! Das Original-Rezept steht im Brotbackbuch von Hefe & mehr, dies hier ist meine etwas abgeänderte Version.

Ciabatta für hungrige Helden

Zutaten für 3 Brote

  • 500 g Weizenmehl 550er
  • 350 ml Wasser
  • 3 g frische Hefe
  • 8 g Salz
  • 25 g Olivenöl
  • 8 g Honig

Zubereitung

Alle Zutaten miteinander verkneten. Die Schüssel luftdicht abdecken und bei Zimmertemperatur stehen lassen. Keine Sorge – der Teig ist derzeit noch sehr weich und elastisch; das bessert sich mit dem Falten! Nach ca. 20 Minuten den Teig einmal rings herum vom Schüsselrand zur Mitte hin falten und die Schüssel wieder abdecken. Den Vorgang drei Mal wiederholen – der Teig sollte also insgesamt 4 Mal im Abstand von etwa 20 Minuten gefaltet werden. Die wieder abgedeckte Schüssel für 24-48 Stunden in den Kühlschrank stellen. Nach den ersten grob 12 und 24 Stunden jeweils erneut kurz falten.

Den Teig behutsam auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche stürzen, zu einem Rechteck zurecht „drücken“ und in drei etwa gleich große Stücke schneiden. Diese jeweils sehr vorsichtig, damit möglichst keine Luft dem Teig entweicht, im Mehl wälzen. Wer mag kann auch zwei Brote formen oder die Brote beim Rollen ein wenig in die Länge ziehen. Zwei Brote lassen sich später aber ohne Schuber nur schwer handhaben; der Teig ist relativ weich und dehnbar. 

In einem Bäckerleinen für 45 Minuten ruhen lassen. Während dessen den Ofen auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen. 

Die Brote vorsichtig auf das Backblech mit Packpapier oder den Backstein übertragen (ich nehme hierbei immer eine Art Holzschuber zur Hilfe, denn der Teig ist immer noch etwas weich) und mit Zugabe von ein wenig Wasserdampf in den Ofen schieben. Diesen sofort auf 200 °C herunter schalten und die Brote für 35 Minuten backen. 

Zeitstrahl

Da mich einige Leser nach einem Zeitstrahl für meine Brot-Rezepte gefragt haben, zudem auch noch eine kurze Übersicht zur Planung des Backtages: 

Tag 1, abends, 1-2 Tage vor dem Backtag:
Teig kneten und 4 Mal im Abstand von 20 Minuten falten, dann ab in den Kühlschrank. 

Tag 2 morgens, 0-1 Tage vor dem Backtag:
Teig erneut falten, zurück in den Kühlschrank stellen.

Tag 2, abends, 0-1 Tage vor dem Backtag:
Teig falten und zurück in den Kühlschrank oder gleich weiter verarbeiten und backen.

Tag 3, morgens bis abends:
Den Teig verarbeiten und backen.

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19 Kommentare zu “Träume vom Großwerden und Ciabatta-Brot futtern

  1. Julia sagt:

    Yeay, i loooooove Zelda (aber mein Herz gehört Sonic the hedgehog)! Und könnte ich meine Räume, die voll von Umzugskartons sind, gegen einen Räume voller Vasen tauschen, ich würde es tun 😉 Ein wunderbarer Beitrag, liebe Ylva, ein wunderschönes Bild und ein tolles Rezept, was für ein schöner Start in meinen Tag. Ich wünsch Dir einen schönen Sonntag! Viele liebe Grüße!
    Julia

    1. Yeay, ein weiterer Zelda-Held unter uns! 😉 Sonic the hedgehog, das muss ich ja jetzt schon fast kleinlaut zugeben, habe ich noch nie gespielt. Vielleicht wird’s ja dringend Zeit dem knuffigen Igel mal eine Chance zu geben, was? Das ist ein Jump’n’Run Spiel oder? Die mag ich ja auch so sehr. Hach…!
      Ich hoffe, Du hattest noch ein schönes Wochenende und nun eine nicht allzu stressige Woche. Zum Glück ist sie ja schon bald wieder halb rum.
      Ganz herzliche Grüße, meine Liebe. Ich drück Dich feste!
      Ylva

  2. Daniela sagt:

    Hach liebe Ylva, das Ciabatta gestern war absolut köstlichst, vielen Dank dafür! War mal wieder richtig schön mit euch und wenn ich zukünftig mal ein perfektes Ciabatta brauche, werde ich auf dein Rezept zurückgreifen!
    Liebe Grüße und einen schönen Start in die Woche!
    Dani

    1. Ach wie schön, dass es Euch so gut geschmeckt hat, liebe Dani! Aber Ihr habt uns ja auch wieder so köstlich und wunderbar bewirtet, da muss man sich ja irgendwie mit einbringen 😉 Das Rezept ist wirklich sehr angenehm nachzubacken, ohne viel Heckmeck oder Technik. Statt Bäckerleinen lässt sich übrigens auch herrlich ein festes und sauberes Geschirrtuch nehmen, das gut eingemehlt wird. Also braucht man nichtmal eine spezielle Küchenausstattung dafür 🙂
      Viel Spaß beim Nachbacken, meine Liebe, und kommt noch gut durch den Rest der Woche Ihr beiden!
      Ylva

  3. Mhhh selbstgemachtes Ciabatta! Vor allem die Timeline find ich klasse 🙂 Danke dir!

    Liebe Grüße
    Franziska

    1. Das freut mich, liebe Franziska. Und super, dann mache ich das mit der Timeline in Zukunft sehr gerne weiterhin so. 🙂
      Viele Grüße!
      Ylva

  4. Liebe Ylva,
    Ein feines Chiabatta Rezept 🙂
    Sieht sehr lecker aus…
    Herzliche Urlaubsgrüsse aus der Bretagne,
    Sabine

    1. Hach, Urlaub in der Bretagne… das wär jetzt auch was! Lass es Dir gut gehen, liebe Sabine und genieße die Sonne!
      Schöne Grüße,
      Ylva

  5. So lecker, selfmade Ciabatta’s. Mmmh…dazu ein super Oliven Öl und einwenig Salz, yummi! Liebe Grüsse

    1. Hihi, aber genau so, meine Lieben! Gerade die Kombination mit Olivenöl, kleinen aromatischen Oliven und etwas Rosmarin dazu hat mich total begeistert. Dazu dann noch eine Prise Zitronensalz und man braucht nie wieder was anderes… 😉
      Ganz liebe Grüße,
      Ylva

  6. Julia sagt:

    Mmm danke für das Rezept. Gutes Brot ist doch wirklich was Feines, gell?

    Ganz liebe Grüße
    Julia

    1. Aber absolut, liebe Julia: Nichts geht über gutes Brot! 🙂
      Liebe Grüße!
      Ylva

  7. Tammy sagt:

    Link ist so cool! Allein wie leichtfüssig er durch die Welt trabt.
    Brot ist einfach herrlich, selbstgemacht sogar am herrlichsten. Langsam, aber sicher, taste ich mich mehr ans Brot machen heran und freue mich besonders über den Zeitstrahl.
    Viele liebe Grüße

  8. Natalie sagt:

    Liebe Ylva,
    was für ein großartiges Rezept. Drei Brote wurden verputzt als ob es nur ein einziges gewesen ist. Eine Frage habe ich jedoch noch, 3g frische Hefe erscheint mir etwas wenig, da ein Würfel frisch Hefe immer 42g sind. Ich wollte zur vorsicht nur nocheinmal nachfragen, ob das so stimmt.
    Vielen dank jetzt schon.
    Lieben Gruß
    Natalie

    1. Wie herrlich, liebe Natalie – es freut mich riesig, dass es gleich auf Anhieb geklappt und auch so gut geschmeckt hat!
      Ja, die 3 g Frischhefe stimmen: Wenn der Teig so lange geht, wie dieser hier, dann kommt man mit deutlich weniger Hefe zum gleichen Ergebnis, als wenn man mehr Hefe und dafür eine kürzere Ruhepause nimmt. Eigentlich ist das Ergebnis auf diese Weise sogar deutlich besser, da der Brotteig über die Zeit viel aromatischer und würziger wird.
      Zudem schmeckt man die Hefe ab einem gewissen Mengenverhältnis heraus, was geschmacklich schnell „unangenehm“ werden kann. Also versucht man das bei „gutem Brot“ meist zu vermeiden indem man auf wenig Hefe und mehr Zeit setzt. Und bekömmlicher ist das Brot mit weniger Hefe außerdem. 🙂
      Ganz liebe Grüße!
      Ylva

      1. Natalie sagt:

        Wunderbar. Vielen Lieben Dank für die schnelle Antwort und einen lieben Gruß von meinen Kollegen, wir hatten ein ausgezeichnetes Frühstück, dank deines Rezeptes 😉

        1. Herrlich – das freut mich riesig! 🙂
          Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend!
          Ylva

  9. […] (Das Rezept stammt übrigens von Ylva und ihrem Blog “Der Klang von Zuckerwatte”) […]

  10. […] tolle Rezept habe ich bei Ylva gefunden und seitdem mehrfach gebacken. Es ist ein unglaublich dankbares Rezept und das Ergebnis ist so […]

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